——, ——
1⁰⁵
die Zukunft denken. Die Zeit iſt koſtbar, und wir haben keine Stunde zu verſäumen.“
Als ſie aus dem Schloſſe traten, fuhr grade ein ſchöner Wagen in den Hof. Es war der Grundherr in Begleitung eines Fremden, der trotz ſeines Alters leicht aus dem Wagen ſprang, und ſich nach allen Sei⸗ ten umſah. Die Bodry's, die ihn im Vorbeigehen be⸗ trachtet hatten, blickten ſich ganz erſtaunt an, und frag⸗ ten einander, ob der Mann wirklich jener Flüchtling wäre, dem ſie einſt in ihrer Hütte ein Obdach gegeben, und der ſo uͤbel von den reichen Leuten geſprochen hatte.
Es war in der That dieſer Mann. Nur hatte ſein Schickſal ſich ſehr geändert, und er erkannte ſeine Gaſt⸗ freunde nicht wieder, deren Anweſenheit er auch an dieſem Ufer kaum vermuthen konnte.
Die Bodry's zogen ſich in ihre Hütte zurück, und ſahen den ganzen Tag über den Fremden mit dem Gutsherrn das Gut beſichtigen. Sie kamen und gin⸗ gen, und Rudolph folgte ihnen Schritt für Schritt.
„Wenn mich nicht Alles trügt,“ ſagte Suſanne,„ſo haben wir einen Käufer da!«
Wirklich machte ihnen am anderen Tage der Win⸗ zer die Anzeige, daß wieder einmal das Gut ſeinen Herrn gewechſelt habe, und bald darauf ſahen ſie den neuen Beſitzer mit wichtiger Miene, umringt von ſeinen Leuten, ſpazieren gehen. Endlich beſuchte er auch den Weinberg und die Hütte, und fragte, wer die Miether wären. Von Rudolph unterrichtet, fand er es ſehr unverſchämt, daß man in die Hütte ohne Erlaubniß Gaͤſte aufgenommen hatte, und befahl mit barſchem Tone, daß die Wittwe und die Kinder augenblicklich das Haus räumen ſollten. Er habe große Pläne,


