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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Das Erwachen war traurig. Der anbrechende Tag zeigte ihnen nur Gegenſtände, die ſie an ihr Unglück erinnerten. Trotz der Nähe des Sees ſchienen ſie ſich in einer ganz neuen Welt zu befinden. Was ſie frü⸗ her nahe umgab, lag ihnen jetzt fern; die Berge, die ſie früher nur von Weitem geſehen, ſchienen ſie jetzt mit der Hand berühren zu können. Blattloſe Reben und kahle Mauern umgaben ſie von allen Seiten. Hier war kein Garten, kein Brunnen, kein Blumenbeet. An ihrem Strande hatten ſie wohl auch nur eine kleine Hütte gehabt, aber doch, welch ein Unterſchied! Dort Alles ſauber und an ſeinem Platze, hier ein ſchreck⸗ liches Durcheinander! Verwirrung erfüllte ihre Ge⸗ müther mit Angſt und Unruhe, und die Sorge um die Zukunft machte ihre peinliche Lage noch pein⸗ licher. Endlich ſagte die Mutter zu ihren muthloſen Kindern:

Wenn man ein Schwalbenneſt zerſtört, ſo um⸗ kreiſen es die Schwalben mit ſchmerzlichem Geſchrei einige Augenblicke, aber dann gehen ſie an's Werk, um ein neues Neſt zu bauen. Sollen wir weniger Muth als die Schwalben zeigen? Wenn ich auch hoffe, nur kurze Zeit hier zuzubringen, muß doch vor Allem dieſer Verwirrung ein Ende gemacht werden. Hurtig, meine Kinder, ſchaffen wir Ordnung!

Dieſer Zuſpruch half; man griff ſogleich muthig zu. Das Heu und Stroh wurde auf den Boden getragen, wo Karl in Zukunft ſchlafen wollte, und die Möbel wurden untergebracht, ſo gut es eben gehen wollte. Zur Aufbewahrung der Werkzeuge benutzte man einen kleinen Schuppen neben der Hütte, wo auch die beiden Ziegen