Teil eines Werkes 
[1. Th.] (1831)
Entstehung
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97 ohne mich um ihn zu kümmern, nur den Leichnam unterſuche. Cardillac lebte noch. Ich lud ihn, nachdem ich den Dolch, den der Offizier hatte fal⸗ len laſſen, zu mir geſteckt, auf die Schultern und ſchleppte ihn mühſam fort nach Hauſe, und durch den geheimen Gang hinauf in die Werkſtatt. Das Uebrige iſt Euch bekannt. Ihr ſeht, mein würdiges Fräulein, daß mein einziges Verbrechen nur darin beſtehr, daß ich Madelons Vater nicht den Gerichten verrieth und ſo ſeinen Unthaten ein Ende machte. Rein bin ich von jeder Blutſchuld. Keine Marter wird mir das Geheimniß von Cardillaes Unthaten abzwingen. Ich will nicht, daß der ewigen Macht, die der tugendhaften Tochter des Vaters gräßliche Blutſchuld verſchleierte, zum Trotz, das gange Elend der Vergangenheit, ihres ganzen Seyns noch jetzt tödtend auf ſie einbreche, daß noch jetzt die weltliche Rache den Leichnam aufwühle aus der Erde, die ihn deckt, daß noch jetzt der Henker die vermoderten Gebeine mit Schan⸗ de brandmarke. Nein! mich wird die Geliebte meiner Seele benzeinen als den unſchuldig Gefalle⸗ nen, die Zeit wird ihren Schmerz lindern, aber unüberwindlich würde der Jammer ſeyn über des geliebten Vaters entſetztiche Thaten der Hölle!

Olivier ſchwieg, aber nun ſtürzte ploͤtzlich ein Thränenſtrom aus ſeinen Augen, er warf ſich der Seuderi zu Füßen uind flehte:Ihr ſeyd von meiner