Neuntes Kapitel.
Stellung der Anmelder keineswegs den Verdacht einer be⸗ trügeriſchen Forderung rechtfertigte. Es fehlten freilich auch andere Dokumente, welche ſeine und ſeiner Frau eigene Aus⸗ ſtände und Forderungen begründen ſollten— es war über⸗ haupt eine räthſelhafte Verwirrung in ſeinen Vermögensver⸗ hältniſſen—, allein es war auffällig, daß einige von denen, die er angab, gleich Anfangs von den Betreffenden auf das entſchiedenſte abgeleugnet wurden. That dies doch ſein eigener Schwager in Anſehung eines angeblich für ſeine Schweſter auf Leſthin beſtätigten Capitals. Und endlich fehlten alle jene Papiere, welche bei dem mehrfach erwähnten alten Pro⸗ ceß wider den Advokaten Braun und Detlef Horſt von dieſen Gegnern, freilich vergeblich, beſtritten, ja— man erſah das jetzt erſt aus den Acten!— für gefälſcht erklärt worden waren.
Man durfte ſchon fragen: und eine ſolche Verwirrung und ſolche Widerſprüche ſollten ſich in den Vermögensverhält⸗ niſſen des Mannes vorfinden, der im Uebrigen, je weiter man in ſein Leben eindrang, immer deutlicher als der peni⸗ belſte und ſtrengſte Haushalter und Verwalter erſchien, der unter der Hand ſein Vermögen in raſtloſem Umtrieb erhielt — es kamen Dinge zu Platz, welche genau wie Wucher⸗ geſchäfte ausſahen!— und gegen ſeine Schuldner mit nachſichts⸗ loſer Härte auftrat, mit einem Wort, überall und immer auf ſeinen Vortheil— er hieß das: auf ſein Recht!— bedacht war?
Eine wirkliche, ausreichende Antwort erhielt man nicht. Hier blieben Räthſel und Geheimniſſe, die niemals erklärt und aufgedeckt wurden. Hier, das mußte man ſchon zuge⸗


