186 Neuntes Kapitel.
er ließ ſich auf keinem Widerſpruch betreffen. Mit den Ko⸗ litzern ſtand die Sache inſofern noch ausſichtsloſer, als ſie auf ihren Pfarrer zwar ſo ſchlecht wie möglich zu ſprechen waren und allerhand an's Licht brachten, was für den Herrn und ſeinen Ruf ſchlimm genug ſein mußte, in Anſehung der Hauptanklage aber vor jeder directen Beſchuldigung zurück⸗ wichen. Sie waren, wie die rechten Bauersleute allerwärts, viel zu vorſichtig und klug und, wenn man's ſo heißen will, auch zu feige, als daß ſie ſich auf Dinge eingelaſſen hätten, wo ſie für ſich mögliche Unannehmlichkeiten und Unbequem⸗ lichkeiten witterten. Daß ſie die That ihm zutrauten, weil ſie ihn aus allerhand Verlegenheiten befreien konnte, oder nur, um— es war kennzeichnend!— um Anderen oder aller Welt„einen rechten Schabernack“ anzuthun— das war ſicher genug. Einen Beweis hatten und wußten ſie hier gleich⸗ falls nicht gegen ihn. Es war Niemand in der Nähe ge⸗ weſen, als die Hausgenoſſen, und ſelbſt dieſe hatten den Herrn, ſeit er in die Zimmer der rechten Seite getreten war, aus den Augen verloren. Seine Tochter, die ihm beim Ein⸗ tritt in's Haus begegnet war, hatte er nach dem Mittageſſen gefragt und darauf, ſei es verdrießlich, ſei es barſch, in die Küche gewieſen, was für ſie und die Mägde beſſer ſei als das nutzloſe Umherflankiren im Hauſe. Hatte er alle Be⸗ obachtung unmöglich machen wollen?
So ſtanden die Dinge und ſie hätten das Verfahren gegen ihn vielleicht kaum gerechtfertigt, wären nicht andere Indicien dazu gekommen, welche ſeine Schuld immer zweifel⸗
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