Magiſter Siemann.
machte, war einerſeits, daß Siemann vor der Commiſſion mit einer Beſtimmtheit, für die man keinen Grund wußte und die daher gewiſſermaßen auffiel, angegeben hatte, daß er bei ſeiner Anweſenheit im Hauſe nur die beiden Vorder⸗ zimmer betreten habe und daher nicht wiſſen könne, ob und was am Hinterhauſe zu dieſer Zeit vorgegangen ſei. Und andererſeits lag außer der mitgetheilten Bemerkung des Schulzen noch die Aeußerung eines Kolitzer Bauers vor, der gleichfalls gemeint hatte, daß es mit dem Schaden des Ma⸗ giſters nicht ſo weit her ſein werde. Er habe ja alles Werth⸗ volle außer dem Hauſe gehabt, und ihm paſſire überhaupt immer nur das, was ihm paſſe. Sonſt würde er ſchon Lärm gemacht haben, wie er's gut verſtehe.
Groſſe hatte beide Aeußerungen von ſeinem Collegen nur geſprächsweiſe und als Zeichen der Abneigung wider Siemann vernommen, die man zu Kolitz bemerkt und von der man bisher, zum mindeſten in dieſer Schärfe gar keine Ahnung gehabt hatte. Jetzt gewannen ſie eine bei weitem andere, möglicherweiſe ſehr ernſte Bedeutung.
Hier freilich gelangte man ebenſowenig zu einem Reſul⸗ tat, wie bei der Confrontation des Pfarrers mit dem Wald⸗ arbeiter. Der Erſtere ſchien den Anderen in Wirklichkeit gar nicht zu kennen, und dieſer Letztere hatte ja die That nicht geſehen und überhaupt auch ſo wenig erblickt, daß er nicht einmal auf die Perſönlichkeit ſchwören konnte. Und Siemann befand ſich ſchon hier in jener Haltung, deren wir oben gedachten: er ließ ſich zu keinem Zugeſtändniß bewegen,


