IX. Magiſter Siemann.
Es war wahrhaftig ein Fall, wie man ihn hierzulande noch niemals ſo„ſchrecklich und haarſträubend“, ſo„entwür⸗ digend für die Menſchheit“, ſo„ſehr— ſehr intereſſant“ er⸗ lebt zu haben meinte!
Ein Mann der gebildeten Stände, ein geiſtvoller Menſch, ein beliebter Geſellſchafter, ein Geiſtlicher ſogar, und nun mit einemmal ein Verbrecher, und zwar nicht durch den un⸗ erklärbaren, unwiderſtehlichen Antrieb eines unglücklichen Au⸗ genblicks, nicht durch Zufall, nicht durch Nothwehr, ſondern wie man ſchon glauben durfte, mit vollſter Ueberlegung und Berechnung, ſei es— denn hier ſah man noch nicht klar!— um ſich ſelber einem drohenden Verderben zu entziehen; ſei es, um einen anderen, bitter, räthſelhaft Gehaßten in's Un⸗ glück zu bringen!
Wir dürfen es hier ſogleich ausſprechen: von Zugeſtänd⸗ niſſen und Bekenntniſſen, von Erklärungen des Magiſters


