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Treue siegt : eine Geschichte von der See / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Auf dem alten Damm.

Eine Minute ſpäter machte ſich an dem Manne eine neue, dieſes Mal aber allerdings dauernde Bewegung be⸗ merkbar. Die Hand ſank, wie zufällig, vom Haupt herab und ihre Finger faßten mit einem Griff die Jacke, die Kappe, das Bündel und den derben Eichenſtock, die wie ge⸗ ſagt neben ihm auf der Böſchung lagen. Zugleich begann der Körper eine eigenthümliche, kaum zu beſchreibende Be⸗ wegung: ohne daß der Kopf ſeine Haltung und das Auge die Richtung auch nur um ein haarbreit verändert, ohne daß ſich eigentlich ein einzig Glied geregt hätte, wich der ganze Menſch leiſe und unhörbar zurück, immer weiter an dem hier ziemlich glatten Böſchungsrande entlang, am gewaltigen Stamm der großen Weide vorüber. Die Hand mit den Kleidungsſtücken folgte in gleicher Weiſe, und nach einer kleinen Weile lag der Burſche auf der anderen Seite des Stammes, zog die Beine an ſich und war für jemand, der ihn auf der vorigen Stelle von der Brücke aus bemerkt hatte, ſpurlos verſchwunden. Er legte den Kopf an die Rinde des Stammes ſo weit wie möglich nach vorwärts, und ſein Blick glitt nur ſo eben an ihr vorüber, der Oeffnung unter der Brücke zu. Aber es zeigte ſich dort nichts Auffälliges.

Nach einigen Augenblicken zuckte der Kopf zurück und die Augen flogen nach der rechten Seite herum, wo der Damm eine ziemliche Strecke weit gerade fortführte und ſich daher bis zur gleichen Entfernung gut überſchauen ließ. Es war in der Bewegung des Burſchen und ſelbſt in ſeinem Auge ein Etwas, das darauf hinzudeuten ſchien, wie er nur