Erſtes Kapitel.
es trotzdem ein„wunderſchöner“ Tag und reguläres Strand⸗
wetter, das Wort im beſten Sinne genommen. Das„bischen“
Wind und die verhältnißmäßig kühle Luft waren gerade recht: . ſie trockneten die Näſſe, welche die letzte Regenwoche hinter⸗ laſſen hatte, und verhießen obendrein anhaltend ſchönes Wetter.
So mochte auch der Mann denken, der es ſich unter der alten Sturmweide auf der Dammböſchung kommode ge⸗ macht hatte; die Jacke und die Kappe, ſowie ein, in ein rothes Sacktuch geknüpftes kleines Bündel lagen neben ihm, der Wind blähte die weiten Hemdärmel auf und trieb ihm die blonden Haare aus der gebräunten Stirn. Aber er fragte danach nicht. Für ihn war's eine angenehme Kühlung, denn er war augenſcheinlich erhitzt; aber noch behaglicher ſchien ihm die Ruhe zu ſein, denn man merkt' es an dem Staub auf ſeiner Kleidung, daß er lange unterwegs geweſen und tüchtig müde geworden ſein mochte. Dafür ſprach auch die Achtloſigkeit, mit der er ſeine Füße faſt bis in den Schaum⸗ gürtel hinabhängen ließ, den die Wellen zurückgelaſſen hatten — wenn's die Beine nur bequem hatten, auf das bischen Näſſe kam's weiter nicht an!— und dafür zeugte endlich ſelbſt die Ruhe zu dieſer frühen Stunde: bei den Leuten dieſes Schlags gibt es zwiſchen Frühſtück und Mittagsbrod nur ausnahmsweiſe eine Raſt, mag ihre Beſchäftigung auch ſein, welche ſie wolle.
Er hatte den Kopf in die Hand geſtützt und die hellen blauen Augen blickten mit einem Ausdruck von Gleichgültig⸗


