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Treue siegt : eine Geschichte von der See / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Auf dem alten Damm.

und Bäumen iſt dort nicht viel zu ſehen: die Oſt⸗ und Nordwinde müſſen den Platz mit verderlicher Schärfe treffen. Statt deſſen aber zeichnen ſich in der klaren Luft die Spieren und Raaen von einem halben Dutzend oder mehr Schiffen ab, ja mit guten Augen ſeht ihr ſelbſt das Taugewirre, und ein wenig vom Lande entfernt erblickt ihr ein großes Schiff, das bereits auf die Rhede hinausgelegt hat und nur noch auf das letzte Boot vom Lande zu warten ſcheint, um die ſchon gelockerten Segel vollends auszuſchütten und ſeine Reiſe zu beginnen.

Weiter rückwärts und näher bei euch wird die Einför⸗ migkeit des Strandes noch von einem andern Dorf unter⸗ brochen. Ein Complex von großen Gebäuden, der aber durch zahlreiche, gewaltige Bäume zum Theil maskirt wird, erhebt ſich hart an der See. Niedrige Häuschen liegen in ächter dorflicher Unregelmäßigkeit vereinzelt hie und da, eine gute Strecke in's Land hinein. Nur ein ſchmaler Zwiſchenraum trennt die äußerſten von dem hier wiederum beginnenden hohen Walde. In dieſem Zwiſchenraum aber öffnet ſich vor euch eine weite Ausſicht, und ihr ſeht ganz fern die ſchlanken Thürme einer größeren Stadt.

Der Wald, deſſen wir eben gedachten, ſetzt ſich von der Linken gegen die Rechte fort und ſchließt dieſe Strandgegend in eurem Rücken, vielleicht in der Entfernung einer kleinen Viertelſtunde, mit ſeinen dunkeln Maſſen vollſtändig ab. Es zeigt ſich nicht eine einzige Lücke, die Kronen drängen ſich feſt an einander, und nichts verräth, wie breit der lebendige