2 Erſtes Kapitel.
das aus all' den tauſend Wellen und Wellchen bricht, und weiter in die Ferne dringt, ſo findet es dort nirgends mehr ein Ziel und ein Ende, es müßte dafür denn jenen zarten, vom Himmel droben und von den Waſſern drunten kaum zu unterſcheidenden Streifen halten, den wir als Horizont bezeichnen.
Nach rechts könnt ihr den Strand weit hinaus ver⸗ folgen: hinter dem öden, aber auch nur ſchmalen, weißen, grauen oder gelblichen Gürtel zeigen ſich die lebhafter ge⸗ färbten Streifen der Felder oder Wieſen vom dichten und dunklen Walde begrenzt. Von Menſchenwohnungen findet ſich dort nicht eine Spur, und wenn es ſolche gibt, müſſen ſie hinter den Waldungen liegen. Erſt an der äußerſten Spitze ſchimmert es weiß zwiſchen den Bäumen hervor, wie ein großes Gebäude. Allein zu erkennen vermögt ihr's nicht, denn obgleich keine Wolke am Himmel und die Luft von wunderbarer Reinheit iſt und auch nicht ein einziger Gegen⸗ ſtand euer Schauen hindert, iſt es doch von eurem jetzigen Standpunkt meilenweit entfernt, und ihr ſeht es überhaupt nur, weil die Sonne hell darauf ſcheint und aus der dunklen Umgebung es hervortreten läßt.
Links dagegen bricht der Strandbogen um vieles früher
ab. Das Dorf oder der Flecken auf ſeiner äußerſten Kante zeigt ſich euch in voller Klarheit mit hellen Ziegel⸗ und dunkeln Strohdächern, in ſeiner Maſſe um eine nicht kleine Kirche mit ſtumpfem Thurm zuſammengedrängt, in einzelnen Häuſern nach rechts und links ſich fortſetzende Von Grün
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