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„Ich bedarf keiner Zuſchüſſe,“ entgegnete er, ohne die Augen zu öffnen.
Sie ſah ihn von Neuem überraſcht an, aber es regte ſich kein Zug ſeines Geſichts, und nach einigen Secunden meinte ſie:„Deſto beſſer!— Offen geſtan⸗ den, iſt mir Dein Hierbleiben auch darum lieb, weil ich Felix deſto ruhiger hier laſſen kann.“
Die grauen Augen thaten ſich wieder auf und ſa⸗ hen ſie anſcheinend gleichgültig an.„Immerhin,“ ver⸗ ſetzte er ruhig,„vorausgeſetzt, daß Du weder mich noch ihn zum Wärter des Anderen beſtimmſt— ich bin keine Wartfrau und brauche keinen Kammerdiener— zumal Junker Felix nicht, nachdem er von Dir ins Exil ge⸗ ſchickt wurde!“ fügte er ſich aufrichtend hinzu.„Bitte, Schweſter, avertire mich, wenn Du ihm dieſe Mitthei⸗ lung machſt, damit ich mich rechtzeitig retirire. Und Du ſelber, halte Dir irgend ein Piſtol oder dergleichen parat— es könnte ſonſt ein Unglück geben.“
DOb Lucie den ſpöttiſchen Rath des Bruders befolgte und irgend eine Waffe bereit hielt, mit der ſie das Unge⸗ ſtüm des jungen Menſchen in ſeine Schranken zurückwies, wiſſen wir nicht. Allein die Scene war wirklich von der Art, daß einem etwaigen Zuhörer dabei bedenklich hätte zu Muth werden dürfen. Der Knabe gerieth auf die Ankündi⸗ gung, daß er zurückbleiben ſolle, vltnen ſich und geberdete ſich wie raſend, ſeine Herrin mit Anklagen, Dro⸗
Edmund Hoefer: Tolleneck. I. 16


