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Vergangene Tage : Geschichten / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Es war das kein Kampf, wie am Bord eines armen Kauffahrers, der ſich ein bischen widerſpänſtig zeigte, das Fell ſich von uns über die Ohren ziehen zu laſſen. Hier ſtand Mann gegen Mann, der Hieb traf auf ei⸗ nen Hieb, der Schuß auf einen Schuß, und das Blut floß aus gleichen Wunden.

Und dennoch half es ihnen nicht. Wir fielen hinein in ihre Haufen wie ein Donnerkeil und trieben ſie aus einander, vor uns her, hin über das Verdeck, hinein in die Luken, über Bord, und ich gelangte an den Conde, den heilloſen Verräther. Sein Säbel ſchlug auf mich nie⸗ der und ſchnitt durch den Hut wie ein Meſſer in meinen Kopf, ſo daß ich taumelte. 3

Das war der Anfang der Narbe, die Ihr da über meinen Schädel ſeht, Knabe. Aber das war nur ein Moment! Und dann fuhr ihm auch ſchon mein Dolch in die Bruſt, und ich ſtieß den Stürzenden mit dem Fuß zur Seite und ſchrie ihm nach:Geh hin, verrätheriſcher Hund! Und dann ſtürzte ich unter dem wilden Jubel meiner Geſellen fort, die Leiter hinab, in die Kajüte, wo ich ſie ſuchte, die ſo lange das höchſte Kleinod meiner Erdenſchätze geweſen.

Sie war auch da. Mit dem Kopf in die Kiſſen ge⸗ drückt lag ſie auf dem Divan und ſah nicht auf bei mei⸗ nem Eintritt. Aber als ich ihr ihren Namen zurief, fuhr