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„Es koſtete nicht gerade beſondere Künſte, ſie zum Reden zu bringen. Das erſte drohende Worte:„Nun, Du gelbe Hexe, Du willſt mich alſo mit Deiner Herrin betrü⸗ gen?“— ſtürzte ſie wie ein ſchlagender Blitz heulend zu meinen Füßen, und als ich nur erſt ihr Geſchrei und Ge⸗ heul geſtillt hatte, erfuhr ich Alles, was ich wollte. Lio⸗ nel hatte Recht gehabt— Tereſa hatte gegen die Sklavin ihr Herz ausgeſchüttet; und nun hörte ich's: ſie liebte mich längſt nicht mehr.— .„Heinrich Paulſen nannte ſich jener Burſch, weil er
verborgen ſein wollte; ſein eigentlicher Name geht Euch Beide nichts an, aber er war der Vetter von Tereſa's Mann in Cadiz— daher die Aehnlichkeit!— durch die Verbindungen ſeiner Familie in der holländiſchen Kriegs⸗ marine untergebracht und mehrere Jahre als Offizier in Dienſt geweſen. Schon damals hatte er ſeine Couſine heiß genug, doch ohne Erfolg, geliebt; als er den Tod ſeines Vetters erfahren, hatte er Urlaub genommen und war nach Cadiz geeilt. Tereſa war abgereist zu ihrem Oheim nach Cuba. Er nimmt ſeinen Abſchied, um frei zu ſein, er eilt ihr nach; ſie iſt nicht da. Das ausge⸗ raubte Schiff des Criſtobal Lopez iſt jedoch aufgefunden, das Schickſal der Mannſchaft muß Jedermann klar ſein; theils zeugen davon die Spuren auf den Deck, theils weiß man von uns im„Feuerſtrahl“ genug, um keinen


