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mich zurückhalten konnte.„Laßt mich los!“ ſchrie ich und riß meinen Dolch heraus,„oder Ihr ſeid des Todes!“
„Aber ſeine Fauſt lag wie ein Schraubſtock um mei⸗ nen Arm und ſeine Antwort war:„Immerhin, Kapitän; ſo kühlt Euch mein Blut vielleicht ab, daß Ihr vernünftig werdet. Was wollt Ihr? Sie ermorden? Bedenkt, wer ſie anſchuldigt— ein rachſüchtiges altes Weib! Und der Conde flieht ja die Weiber, wie wir wiſſen. Und Ihr und ich— wir wiſſen nichts Unrechtes weder von ihm noch von der Sennora. Und wir müßten's doch geſpürt haben, Sir. Sind wir denn allein blind und dumm?— Wenn Jemand etwas weiß, ſo iſt es Juno“— ſo hieß eine Mulattin, die Tereſa zu ihrem Dienſt um ſich hatte— „ſie folgt der Sennora wie ihr Schatten. Weiber müſſen ſich ausreden, Sir,“ ſetzte er hinzu;„die Sennora hat ſicher zu der Dirne geredet.“—
„Da preßte ich die Fäuſte zuſammen und gab ihm nach; mein Plan war gemacht.
„Genug!“ ſprach ich und ſchüttelte ſeine Hand ab und ſteckte den Dolch in die Scheide.„Geht an Bord und laßt ſie zur Ausfahrt parat ſein; ich ſegle in einer halben Stunde.“
„Kapitän,“ ſagte er,„ſie iſt ein Weib!“
„Bin ich Euch als ein Bluthund bekannt?“ fragte


