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Vergangene Tage : Geschichten / von Edmund Hoefer
Entstehung
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daß mir Einer entwichen. Aber ich führte ſie nur zu Beute und Luſt.* „Tereſa begleitete mich anfangs ein paarmal, halb freilich gegen meinen Willen, halb aber, weil ich ihr nicht widerſtehn, ſie nicht entbehren konnte. Dann aber hörte das auf; ſie ſchenkte mir einen Knaben, und ich lernte auch einſehen, daß dieſe Fahrten nicht für ſie ſeien, ſie waren zu gefährlich; und ich liebte ſie mehr von Tag zu Tag, jeder Tropfen ihres Blutes war mir lieb, jedes

* Haar ihres Hauptes mir heilig. Wie ſollte ich ſie und

mein Kind da leichtſinnig den Gefahren ausſetzen, die uns trotz alles Glück's doch ſtets umdrohten?— So blieb ſie denn vom zweiten Jahr unſeres Zuſammenſeins an mit den andern Weibern am Lande zurück, beſchützt von einem Häuflein treuer alter Geſellen, verehrt und ange⸗ betet, wie eine Königin. Und ich kann Euch das nicht be⸗ ſchreiben, Junge, wie mir war, wenn ich nach einem Streifzuge zurückkehrte und des Weibes Herz und Arme für mich geöffnet wußte! Denn Ihr könnt mir's glau⸗ ben, ſie liebte mich dazumal und war mein bis in den letzten Schlag ihres Herzens. Freilich,“ ſetzte er plötzlich düſter hinzu,„als das Kind nach kurzer Zeit ſtarb, ward es anders. Ich fühlte mich ihr noch feſter zu eigen, aber ſie wurde— nachdenklich und träumeriſch, wie mir's er⸗ ſchien, und hielt ſich ferner von mir. Ich ſchob das auf ihre Trauer, aber es war was Andres.