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als dieſen alten Leichnam und mein Recht in dieſem Hauſe. Denn unſer verbrieftes Recht iſt dies,“ fuhr er wieder ernſt fort,„daß Landsburg auf die Weiber des gra⸗ den Stammes forterbt, bis es Keine mehr gibt. Dann fällt es an die Männer des Stammes Werth, und ſind auch dieſe ausgeſtorben— an die männlichen Verwandten desjenigen, welcher der Mann der letzten Dame von Werth war. So ſtehen wir alſo zu Drei: die Elſe, als die letzte Beſitzerin; im Falle ihres unbeerbten Abſter⸗ ſterbens— ich, der letzte Werth— und nach mir endlich Ihr, da Ihr meines Wiſſens der einzige Sternfeld ſeid und Euer Onkel die letzte Werth zur Frau hatte.— Ihr ſeht,“ ſetzte er hinzu und reichte zum Erſtenmale dem ge⸗ ſpannt zuhörenden Lieutenant die Hand hin,„das Alles iſt einfach genug und klipp und klar wie der Tag.
„Der Oberſt machinirt dagegen— wie und weß⸗ halb, da die Elſe doch immer ſeine Tochter iſt— weiß ich nicht, geht mich auch nichts an. Denn das Recht kann er nicht beugen, ob auch zwanzig Miniſter ſeine Freunde ſind. Wenn wir nur feſt bleiben!— Bei der Elſe ſteh' ich dafür ein, ſchier ſo gut wie bei mir ſelbſt,“ ſchloß er.„Die iſt, wie ſie als Dame unſeres Hauſes ſein muß— höflich und ſanft, ehrbar und manierlich ge⸗ gen Jedermann, und doch voll Bewußtſein ihrer Wür⸗ de— eine Perle von einem jungen Fräulein!“


