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Vergangene Tage : Geschichten / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Es war eine weite, lautloſe Ebene, und man ſah ihr Ende nicht, denn dort, wo in der Ferne die Eisdecke aufhören mochte und die Wellen des Meeres noch dumpf brauſend hin und widerrollten, ſtieg der Nebel leiſe empor und verwebte ſeine dichten Schleier mit dem grauen Flor, welcher einförmig den ganzen Himmel überzog. Weit dehnte es ſich aus, eine öd eintönige Fläche, das Eis glänzte nicht, der Schnee, der ſich an den Kanten einiger übereinander geſchobenen Schollen feſtgeſetzt und gehal⸗ ten, zeigte nichts von ſeiner blendenden Friſche, und das Auge fand dort hinaus nicht einen einzigen Punkt, an dem es haften und ausruhen konnte. Denn auch von einer Küſte war hier nichts zu ſehen, wie weit man den Blick vorwärts und nach den Seiten hinausſchweifen laſ⸗ ſen mochte.

Die ſchmale Landzunge, auf deren äußerſten, jäh in die See abſtürzenden Spitze ein kleines Schloß lag, ſprang vom feſten Lande ſo weit in die Wellen hinaus,

1859. XXIV. Vergangene Tage. 1