* 208 Es wohnet Lieb' bei Liebe. ſeiner ganzen Erſcheinung für ihn ſprach. Ihr Herz hatte von jeher ſchnell geſprochen und ſich auch hier raſch und froh für eine Verbindung Huberts mit ihrem Liebling Eva entſchieden, über deren Gefühle ſie bereits am erſten Abend nicht mehr im Zweifel war. Deſto mehr war ſie daher von dem ſpätern Zurückweichen und dem ganz veränderten Weſen des Mädchens überraſcht worden und ließ nicht nach, bis ſie aus Huberts Aeußerungen den Grund zu erkennen glaubte. Sie verbarg dem jungen Mann keineswegs ihre Mißbilligung ſeiner halben Bekenntniſſe, ſuchte ihn darauf aber auch wieder zu beruhigen und zur Geduld zu überreden. Die Fürſtin hatte mit wenig Ausnahmen noch auf jedermann, dem ſie wohlwollte und dies nicht verbarg, einen unwiderſtehlichen Eindruck gemacht und ihn unauflöslich an ſich gefeſſelt. Wie viel mehr mußte dies bei Hubert der Fall ſein, zu dem ſie faſt wie eine Mutter und mit der Liebe redete, die ſie ſeinem Vater bewahrte. Sie eröffnete ihm wenigſtens einen Blick in die Vergangenheit und verließ ihn endlich als einen Menſchen, der ihr völlig zu eigen war. Die Leſer wiſſen, wie ſie gleich darauf auch auf Eva's Glück und Frieden bedacht war, und dann hatte ſie beruhigt alles weitere den beiden Menſchen ſelbſt überlaſſen, die ihr ſo ſehr am Herzen lagen. Die Begegnungen beider waren in den erſten Tagen, wo Hubert, ſelbſt den übrigen Schloßbewohnern verborgen, nur durch den Kaminerdiener zuweilen zu den Gemächern der Prinzeſſin geführt wurde, begreiflicherweiſe ſelten und
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