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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Ich ſollt' eine Nonne werden.

Leben dann nicht mehr möglich. Aber genug, es iſt nicht das allein. Du weißt, daß ich noch hunderterlei theils an dir vermiſſe, theils alle Tage tadle. Doch ich rede ja ſtets vergeblich.

Ja, ich bin ein böſes, unglückliches Geſchöpf! ſagte die Junge, während jedoch in dem geſenkten roſigen Ge⸗

ſichte die luſtigſte Schelmerei jeden Zug beherrſchte.Mit ſalchem Blut in mir Mutter und Tante Freifräulein von Hohenkron, der Vater ein Herr von Thanneck, der Oheim ein Baron von Dedenberg

Ja, es ſind Namen, die dein Herz erheben müßten, ſchob die Tante ein.

Und ich bin dennoch eine ſo unwürdige, wilde Hum⸗ mel, und ohne Verſtändniß für ſolche Größe und Ehre! ſetzte die unverſchämte Spötterin mit einem ſchelmiſchen Aufblick zu dem gravitätiſchen Geſicht der alten Dame hinzu.

Ja ja, du armes Kind! ſprach die Tante theilneh⸗ mend und ſtrich mit ihrer langen magern Hand über das dunkle, einfach geſcheitelte Haar der Nichte.Aber wenn du nur auf mich hören wollteſt

Kann ich es denn, gnädige Tante? Sind meine Ohren nicht gleichfalls ſo ſchrecklich ungebildet? Ach, es iſt ein Jammer! Nichts als deutſch reden, nichts als umherlaufen, nichts als Unſinn im Kopf, nichts als Ungeſchick in den

Händen! Dieſe Kleidung auf dem Leibe, die weder auf alten, noch neniodebildern zu finden, ſondern nur von