Ich ſollt' eine Nonne werden.
II.
Ich ſollt' eine Nonne werden.
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„En vérité, ma nièce, je ne vous—“
„Sprechen Sie mit mir, liebe Tante?“
„Mais, ma nièce— mit wem ſollte ich ſonſt reden? Oder trauſt du mir einen ſo ſchlechten Geſchmack zu, daß ich mit mir ſelber Monologe mache? Je vous—“
„Ja, ich bitte Sie auch um Gotteswillen— denn ſo 4 etwas wollten Sie doch wohl ſagen?— laſſen Sie uns 3 deutſch ſprechen, liebe Tante! Ich verſtehe wahrhaftig ſonſt kein Wort; meine Ohren ſind heut Morgen grenzenlos dumm.“—
„Vous ôtes une sotte, ma nièce!“
„Vous ôtes— das heißt: du biſt— das weiß ich noch. Alſo: ich ſei, ſagen Sie— das was verſtehe ich nicht, aber es mag etwas recht Schlimmes bedeuten und wird leider Gotts wohl wahr ſein, denn viel Gutes iſt wirklich nicht an mir, und ſehr klug bin ich auchenicht.“
„Das weiß Gott!“ ſagte die alte Dame mit einem tiefen Seufzer und erhob zugleich die hohe Geſtalt mit einer unendlich ſteifen Bewegung von dem mit geblümtem blauem Seidenſtoff überzogenen, ſichtbar ſchon lange nicht mehr aufgepolſterten Kanapee.„Das weiß Gott,“ wieder⸗— holte ſie, mit langſamem Schritt das Zimmer durchmeſſend;


