8 Ich fahr' und weiß nicht wohin.
ſichtlich komme ich hieher nicht, habe im Gegentheil ſchon ſeit einiger Zeit gefürchtet, daß ich irre geritten.“
„Aber wie kommt der Herr denn hieher?“ fragte der Andere hartnäckig.„Das kann mir eben nicht gleichgül⸗ tig ſein.“
„Nun, da auf dem Wege, der die Höhe heranſteigt,“ lautete die Antwort des Fremden, während er zugleich in jene Richtung deutete.
„Dort?“ rief der Forſtmann erſtaunt.„Dort?— Aber wo und wie ſeid Ihr auf die Waldſteige gekommen?
Habt Ihr denn keinen Schlagbaum getroffen?“
Der Reiter ſchüttelte den Kopf.„Nein,“ ſagte er dann,„einen Schlagbaum ſah ich nicht, doch bin ich auch um Sonnenuntergang, wo ich vom rechten Wege abgekom⸗ men ſein mag, nicht ſehr aufmerkſam auf meine Umgebung geweſen. Ich meinte nicht fehlen zu können, ſo genau war mir der Weg beſchrieben und ſo leicht kenntlich ſchien er ſich hinzuziehn. Und als ich eine Weile ſpäter ein Kreuz unter den Bäumen ſah, meinte ich vollends noch recht zu ſein. Das war mir als Wahrzeichen angegeben.“
Auch der Förſter ſchüttelte den Kopf und meinte:„ein Kreuz ſteht freilich auf der Steige bei den drei Eichen, und ich weiß weit und breit nur noch das auf dem Wege nach Stonsheim—“*
„In die Gegend will ich auch,“ entgegnete der Fremde.
„Nun, da ſeid Ihr ſchon früher vom rechten Wege
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