Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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Aber, mein Kind, ich habe in der Welt da draußen auf Menſchen gerechnet und nicht auf Teufel.

Da trat der Pfarrer heran und legte ihr die Hände aufs Haupt und ſagte voll Kraft:Und ob die Men⸗ ſchen es übel mit Dir zu machen gedachten, mein lie⸗ bes Kind, und ob Du da draußen, in ihrer Welt Dich verloren wähnteſt und verſtoßen, Gott der Herr läßt Dich nicht verloren gehen, ſondern führt Dich heim zu Deiner Heimat und den Deinen, zu Dir ſelbſt. Da biſt Du gerettet. Gott ſegne Deinen Eingang, wie wir ihn ſegnen.

Sie gingen hinein, wo Frau von Soldnau halb ohnmächtig ihrer harrte und nun mit tauſend Thrä⸗ nen die Heimgekehrte in die Arme nahm.

Wir blicken heute, nachdem ſechs inhaltſchwere Jahre vergingen, auf das ſtille Othmaringen und die Menſchen, welche hier ihre Zuflucht ſuchten und ihren Frieden.

Es ſind Jahre, die gewaltſamer als irgend welche frühere in die Zuſtände Deutſchlands eingriffen, das Beſtehende mit furchtbarem Stoß über den Haufen warfen und faſt Niemand, nicht den Höchſten, nicht den Geringſten auf dem alten Platz, in der alten Bahn ließen. Das Fürſtenthum, zu dem Othmaringen gehört,

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