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von ihrem Gefühl übermannt, die Hand hinbot und ein bewegtes:„Wie iſt’'s ſo ſchön, ſo ſchön in der Welt!“ laut werden ließ. Es konnte Henrietten freilich nicht entgehen, daß ſich im Innern daran gewöhnlich ein Nachſatz ſchließen mochte, der um ſo ſchwermüthiger war.
Und einmal klang wirklich wenigſtens ein Theil die⸗ ſes Nachſatzes aus ihr heraus. Denn da ſie nach einer ſolchen Aeußerung Henriettens Hand losließ und in die Wagenecke zurückſank, blieb ſie dort ruhen, die Augen wie träumend auf die anmuthige Gegend ge⸗ richtet, bis die Thränen heraufdrangen und den Blick verſchleierten. Und als Henriette bittend ſagte:„Aber mein liebes Herz, was bewegt Dich ſo?“— da lehnte ſie ſich gegen die Freundin und legte den Arm um ſie und den Kopf an ihre Bruſt und ſprach leiſe:„Ja, ſo ſchön, ſo ſchön! So reich, ſo warm, ſo fröhlich und glückſelig! Und nur ich darin verloren, für Frohſinn und Glück, für Euch, für mich ſelbſt! Was ſoll ich, wie kann ich noch leben? Wo gibt's für mich noch einen Platz darin?“
Henriettens Herz zuckte, aber ſie nahm ſich gewalt⸗ ſam zuſammen. Dieſem unſeligſten Traum des armen Kopfes durfte ſie am wenigſten nachgeben, ihn am wenigſten ſich wieder feſtſetzen laſſen.„Charlotte“,
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