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los zu werden“, fügte er ernſt hinzu, ſondern weil ich die Reiſe für eine beſſere Kur halte als alle meine Tränke und Tropfen. Denn gerade heraus, mein Fräu⸗ lein und Herr Baron, ich kann gegen das, was wir hier noch haben, nichts mehr thun. Da muß die Zeit, müſſen die Menſchen mit ihrer Liebe eintreten, und ich möchte wetten, die Heilung lgelingt. Denn die Frau Gräfin hat eine tüchtige Natur, ein geſundes Herz, einen klaren Kopf, mag es augenblicklich darin auch noch ein wenig dunſtig ausſehen. Das gibt ſich. Rei⸗ ſen Sie, reiſen Sie in Gottes Namen! Sie haben die beſte Zeit vor ſich, es kommen unſere blanken Herbſt⸗ tage, wo Jedermann friſch und munter wird. Sie gehen mit aller Bequemlichkeit durch die ſchönſten Ge⸗ genden, wo es immer etwas zu ſehen, zu fühlen und zu denken gibt— Luſtiges, mein' ich. Da bleibt ſelbſt der Traurige nicht traurig! Und wenn Ihr dann mit ihr daheim ſeid und die Ihren vernünftig mit ihr umgehen, da wird Alles recht werden. Was Sie mir da von dem alten Pfarrer erzählt haben, das paßt mir ausgezeichnet in den Kram. Das iſt der Mann, dem ich die weitere Kur ruhig anvertrauen kann. Rei⸗ ſen Sie!“
So waren ſie denn wirklich, nach einem ſchweren Abſchied von Anſelm Mayer und den Seinen, von dem


