Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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die Krone und den Vorzug ihrer Kreiſe rühmen hörte; von der man wußte, daß ſie zu Neapel der Liebling des Hofes geweſen und von den höchſten Herrſchaften mit ganz außerordentlicher Gnade, ja mit wirklicher zärtlicher Freundſchaft beehrt worden war. Und dann endlich Dagobert Othmaringen, der, wenn er überhaupt jemals irgend einen Erfolg bei den Frauen gehabt, etwas, worüber ſelbſt ſeine beſten Bekannten trotz ge⸗ legentlicher Andeutungen und Anzeichen noch immer allerhand Zweifel hegten, denſelben ſicherlich nicht ſeinen perſönlichen Eigenſchaften und Vorzügen, ſon⸗ dern etwa ſeiner einflußreichen Stellung oder Gott mochte wiſſen, welchen andern Einflüſſen und Motiven zu danken gehabt hatte! Und der ſollte man mußte ſich das immer wiederholen die ſchönſte, vornehmſte, zufriedenſte und tadelloſeſte Frau der Welt zu einem ſolchen, doch wohl einzig nur durch eine überwälti⸗ gende Leidenſchaft zu erklärenden Schritt fortgeriſſen haben?

Allein je mehr Zweifel man hegte, deſto intereſ⸗ ſanter wurde der Fall, den man doch ſelbſt nicht ab⸗ zuleugnen vermochte, und man legte ſich überall, wo man irgend nur Erklärungen zu finden hoffen konnte, auf das angelegentlichſte Horchen und Lauſchen, jedes irgend hierher zu deutende Wort auffangend und jede

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