Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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ſei es ihr eigener, ſei es der des Verbrechers, und daß ſie auch wieder lieber ſterben wird, als daß ſie ſich gerade ihren Lieben offenbarte.

Florian ſtand bleich vor dem finſtern Manne und ſein Auge ruhte ſauf ihm mit dem gleichen Ausdruck. Auch mir, dem Beichtvater, nicht? fragte er.

Auch Ihnen nicht, Pfarrer, lautete die Antwort. Dafür hat auch der Himmel keinen Troſt, und die Geſetze der Menſchen haben dafür keine Sühne. Da kann nur der Einzelne als Rächer erſtehen.

Und Sie ſelbſt, Baron, ſchweigen auch Sie gegen mich? fragte Florian gepreßt.

Auch ich vermag nur anzudeuten, alter Freund. Vor allem aber muß ich Ihnen wenigſtens die Umriſſe des Vorausgegangenen geben. Damit begann er eine flüchtige Schilderung der Zuſtände und Perſonen, die er in** gefunden, ſprach von Felix und ſeiner Lei⸗ denſchaft für die verſchwundene Hildegard, erwähnte Charlottens auffällige Erregtheit und ihre Nachſicht gegen das rückſichtsloſe Treiben des Gatten, gegen Da⸗ gobert's verdächtige Huldigungen und gab endlich den Inhalt von jener letzten Unterhaltung im rothen Kabi⸗ net an.Sie ſehen, Pfarrer, ſchloß er,das Alles lief darauf hinaus, von ihr frei zu werden und zwar durch einen entſcheidenden Schritt von ihrer Seite.