Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

205

und bis auf den Grund, weil ſie's eben nicht vermochte oder vielleicht auch nicht wollte, ihn in ſeiner nackten Ehrloſigkeit Euch vor Augen zu führen! Glauben Sie mir, Pfarrer, das war's, das allein iſt's! Das habe nicht ich allein erkannt, ſondern das werden ich habe das Vertrauen! auch noch Andere begreifen, ohne gleich mir die nähern Umſtände des an ihr begangenen Verbre⸗ chens zu kennen oder dies Verbrechen zu ahnen!

Es verging eine lange Pauſe des gedankenvollſten finſtern Anſchauens, bis der Pfarrer langſam ſprach: Und wenn dem Allem ſo wäre, Herr Baron, wenn dieſes Verbrechen auch der Biſchof erwähnte eines ſol⸗ chen Gerüchts

Sehen Sie, Pfarrer? Sehen Sie? Ich wußte es wohl, daß auch Andere für ſie eintreten, ſich nicht täu⸗ ſchen laſſen würden!

Und dennoch, Herr Baron! Verkennen Sie mich nicht! Ich bin derjenige, der am wenigſten an ihre Schuld glaubt, ich bin derjenige, der ſie hier, ſolange es möglich, vertrat! Ich will es auch immer noch hof⸗ fen, ja ſchon jetzt Ihnen glauben, daß ihre Unſchuld in dem Hauptpunkte erwieſen wird, daß ihre Flucht gewiſſermaßen keine freiwillige, vor allem, daß ſie keine Folge eines unlautern Verhältniſſes, ſondern eine erzwun⸗ gene war. Allein dieſe Flucht mit dem fremden Manne,