Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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Gründe für eine ſolche Anſicht anzugeben oder die Punkte anzuführen, wo beſonders jene Vorſicht wohlangewandt ſein würde.

Gräfin Charlotte wußte von dieſen Urtheilen nichts; ſie war nicht nur eine edle und reine, ſondern auch im Grunde viel zu harmloſe und unbefangene Natur, als daß ſie irgend Jemand, der ihr nicht ganz beſondere Veranlaſſung gegeben, mit Mißtrauen hätte anſehen, mit einer Art von Vorſicht ſich fernhalten ſollen. Sie glaubte überhaupt nicht leicht und nie ohne weiteres an etwas Uebles oder Verſtecktes im Menſchen und am wenigſten da, wo daſſelbe in irgend einer Beziehung zu ihr ſelbſt ſtehen ſollte. Sie wußte ſich zu ſchuldlos und rein von Allem, was in einem Andern auch nur

eine Mißſtimmung, geſchweige denn etwas wie Abnei⸗

gung oder gar Feindſchaft gegen ſie hätte hervorrufen können, und am allerwenigſten konnte ſie von dem⸗ jenigen irgend eine Gefährdung ihres Friedens, ihrer Stimmung befürchten, dem ſie wie Dagobert nichts Anderes als Freundlichkeit und Theilnahme zuwandte.

Sie wurde daher auch nicht wenig überraſcht, als ihr Gemahl eines Abends, da der Vetter ſie eben ver⸗ laſſen hatte, mit einer auffälligen Trockenheit ſagte: Ich glaube, Du wirſt gut thun, wenn Du ihm gegen⸗ über ein wenig vorſichtiger und zurückhaltender wirſt