Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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Er erſchien nun, wie wir wiederholen, gleichfalls mehr und mehr in der Geſellſchaft und zwar am häufigſten und erſichtlich am liebſten in der Begleitung des gräf⸗ lichen Paars, ſodaß man dieſen Verkehr, der für Manche, wie wir erfuhren, noch ein beſonderes In⸗ tereſſe hatte, auf das genauſte ſtudiren und verfolgen konnte. Da ſah man denn bald, daß ſein Umgang mit dem Grafen doch nur ein ſehr oberflächlicher, ja nur geſellſchaftlich höflicher war, daß er ſich dagegen der Gräfin mit einer Ergebenheit und Angelegentlichkeit widmete, wie es die in ſolchen Kreiſen angenommenen Regeln nur irgend erlauben wollten.

Das war freilich gewiſſermaßen ſelbſtverſtändlich, da er nicht nur ihr nächſter Verwandter war, ſondern auch, ganz abgeſehen von dem zwingenden Reiz ihrer Feinheit und Würde, ihrer Anmuth und Liebenswür⸗ digkeit, der alle Welt ihr unterthan machte, bei ihr auf eine Güte und Freundlichkeit, auf eine Nachſicht mit ſeiner Weiſe und eine Theilnahme für ſeine Leiden ſtieß, die ihn ihr völlig zu eigen machen und auf das dankbarſte verbinden mußten. Ja, man mußte es ſogar erklärlich und verzeihlich finden, daß ſein Gefühl für die ſchöne und gütige Verwandte ſich allmälig ſteigerte und von herzlicher Verehrung zu einer Art von ſchwär⸗ meriſcher ſagen wir immer einmal: Liebe überzugehen