gefallen? Das ſehen Sie ſogar noch als eine Art von Gnade an? O Friedrich“, fügte ſie leidenſchaftlich hinzu, „was werfen Sie ihnen nicht dieſe armſelige Stellung, dieſe ſogenannte brillante Carriere vor die Füße und leben als freier Mann Ihrem und meinem Glück? Wer will uns hindern? Ich bin Gott Lob volle, freie Herrin meiner Perſon und meines Willens—“
„Conſtanze, Conſtanze, beſinnen Sie ſich! Sind Sie das wirklich, Prinzeſſin?“ unterbrach er ſie, das letzte Wort zumal ſcharf betonend.
Aber den beabſichtigten Eindruck brachte es trotz⸗ dem nicht hervor. Im Gegentheil verſetzte die hohe Frau noch heftiger, ja faſt ungeſtüm:„Ach, erinnern Sie mich nicht an dieſen armſeligen Rang und Stand, der uns nur unglücklich macht und uns ſogar von dem ausſchließen ſoll, was jeder und jede Andere für ihr beſtes Glück erkennen und für ſich wählen! O, ich würfe ihn ab, ohne Zögern, ohne Beſinnen, wenn ich nur—“ Sie hielt inne, wie übermannt von ihrem Gefühl; oder erſchrak ſie ſelbſt vor dem Gedanken, den ſie hatte aus⸗ ſprechen wollen?
Er nahm von neuem ihre Rechte zwiſchen ſeine beiden Hände und ſagte mit ernſtem Blick:„Dies geht nicht an, Conſtanze! Was iſt vorgefallen, däs die heiß⸗ geliebte, klare, edle Frau ſo ganz aus ihrer gewohnten


