Teil eines Werkes 
1. Bd. (1869)
Entstehung
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Das iſt kein Geheimniß, wenigſtens nicht für die Freunde des Majors, ſagte ſie leichthin.Er inter⸗ eſſirt ſich für die Forſteultur oder dergleichen, was dort muſterhaft im Stande ſein ſoll.

Andere ſagen anders, Hoheit. Es ſoll dort auch eine Tochter ſein, ein einzig Kind, jung, ſchön, ſehr gut und brav. Um die bemühe ſich der Herr Major.

Nach einer langen Pauſe erſt ſprach die Dame, ohne ihre Stellung zu ändern, in einem ruhig ernſten Tone:Willſt Du mir weh thun, Anna, oder mich miß⸗ trauiſch machen, oder willſt Du mich nur ausforſchen? Ich dächte, Du hätteſt das am wenigſten nöthig. Ge⸗ redet habe ich freilich zu Dir nicht, wie Du aber zu mir ſtehſt, kann Dir mein Fühlen nicht verborgen ge⸗ blieben ſein.

Eben darum, Hoheit, verſetzte die Andere nicht minder ruhig und ernſt.Ich kann's nicht dulden, daß Ihre Güte und Liebe mißbraucht und betrogen wird, gleichviel von wem. Iſt's nicht wahr, was man ſagt.

Nein, Anna, es iſt nicht wahr. Es iſt nichts als der elendeſte Neid, daß der Major in ſo hoher und gerechter Gunſt bei dem Fürſten und meiner Tante ſteht, und die Mißgunſt, wo nicht noch etwas Schlim⸗

meres, weil er mir als der edelſte und liebenswertheſte