200
lichkeit des Fürſtenpaars und der ganzen fürſtlichen Familie drängte ſich Niemand gefliſſentlich in ihre Nähe, da man ſicher war, auch ohnedies den Theil von Beach⸗ tung zu finden, den die Herrſchaften überhaupt dem Einzelnen zu widmen vermochten. Von einem abſicht⸗ lichen Ueberſehen war in dieſem Kreiſe keine Rede. Die Gäſte erfreuten ſich, wie geſagt, alle mehr oder minder der vollen Gunſt.
Es war daher auch in dem Gemach, wo die Fürſtin augenblicklich verweilte, verhältnißmäßig leer. Die hohe Frau ſprach auf das freundlichſte mit Herrn von Bilings⸗ felden, der, wie alle Welt wußte, bei ihr in nicht min⸗ derer Gnade ſtand als bei ihrem Gemahl und den ſie in den paar ſeit ſeiner Rückkehr verfloſſenen Tagen bisher kaum länger als auf einige Minuten in ihrer Nähe geſehen
hatte. Einige andere von den Vertrauteſten ſtanden hier
und da umher; der Fürſt ſelber redete, wenige Schritte entfernt, mit einer Dame, deren prächtige Figur ſelbſt in dieſem Kreiſe von Anmuth und Hoheit aufzufallen geeignet war.
Prinz Hermann kam lachend aus einem Nebenzimmer herein und trat zur Fürſtin.„Sie haben Recht gehabt, gnädige Tante“, ſagte er,„da hab' ich etwas Schönes angerichtet! Fräulein Hildegard iſt ganz vernichtet in dem Gedanken, daß ich ihr die Rolle der niederländi⸗
—————


