26
vereinſamten alten Freund und ſein verwaiſtes Kind aufgab.
Darüber vergingen Jahre, die, wie angedeutet, für den Baron viel Unruhe und Bewegung mit ſich brachten. Dann aber, als er Alles geordnet wußte und auch ſeinen Hauptzweck erreicht hatte— zum mindeſten Othma⸗ ringen ſelbſt und ſomit den ſchönſten Theil ſeiner Be⸗ ſitzungen ſeinem Kinde zu ſichern— ließ auch die An⸗ ſpannung der geiſtigen und körperlichen Kräfte von neuem nach und er verſank allmälig wieder in die me⸗ lancholiſche Stille und Träumerei, welche vordem die Seinen ſo ſehr betrübt und geängſtigt hatte. Zu dieſer letztern Empfindung war jedoch jetzt kein Grund, denn der Zuſtand des Barons war immerhin ein anderer, beſſerer geworden, ſei es auch nur, weil ihn gegen⸗ wärtig zum mindeſten ein Intereſſe, ein Gefühl ſtets beherrſchte und Geiſt und Herz ſtets— ſagen wir: in Thätigkeit erhielt. Das war die Liebe zu ſeiner Tochter und die Sorge für ihr Wohl.
Er war ein ſtiller und ernſter Mann; ſo ſtill, daß man oft tage⸗, ja wochenlang kein anderes als das allernothwendigſte Wort von ihm vernahm und ſelbſt dieſes ihm augenſcheinlich ſchwer wurde; ſo ernſt, daß man ſelten oder nie mehr eine Bewegung in ſeinen Zügen zu beobachten hatte, weder Freude noch Trauer,


