waren ihrer ſtets an ſeiner Seite, und da der große Kaiſer ins gelobte Land zog und dort ſtarb, war ein Othmaringen in ſeinem nächſten Gefolge. Das Schloß, welches auf dem ſanften Hügel über dem Dorf liegt, iſt freilich ziemlich neu; es zeigt jenen Stil und jene Formen, die man mit Unverſtand und ſchlechtem Ge⸗ ſchmack vor hundert Jahren aus Italien herüberholte und in unſere deutſchen Gegenden und das deutſche Klima hineinzwang. Und obſchon die Beſitzer hier nicht nur faſt immer daheim blieben, ſondern auch reich waren und ein Herz und Auge für ihre Umgebung hatten, ſo waren ſie doch nicht im Stande geweſen, das fremdartige Gebäude vor allen Spuren des Alters zu bewahren. Die Säulenhalle, der Fries, die Fresken und Reliefs, das flache Dach, das Alles wurde vom deutſchen Himmel zu wenig begünſtigt, als daß es hätte friſch und glänzend bleiben können.
Sieht man ſich indeſſen weiter um und horcht auf die Mittheilungen der Einheimiſchen, ſo entdeckt man bald die ältern und feſtern Neſter des alten Ge⸗ ſchlechts. Dort hinten, auf dem höchſten und ſchroffſten Rücken, blicken zwiſchen den licht ſtehenden Waldbäumen
Alt⸗Othmar, die der Sage nach ſchon in den Zeiten
gewaltige Trümmer hervor; das iſt die Stammburg
Kaiſer Heinrich's des Lützelburgers zerſtört und von


