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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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224 Sie ſchüttelte den Kopf und begegnete ernſt, ja

wie mit einem gewiſſen Erſtaunen ſeinem Blick. Die

Frage des Freundes ſchien eine Laune zu verrathen, die er gegen ſie noch niemals kundgegeben hatte. Und ſo gab ſie gar keine Antwort, ſondern ließ ihn nach einer Pauſe ſelber fortfahren:„Denken Sie— Herr von Hallbrunn mit ſeiner Gemahlin, die, wie Zöllner ſchreibt, eine ſehr liebenswürdige, vollſtändig ſeiner werthe Dame ſein ſoll.“

Wäre ſie eine mißtrauiſche Natur geweſen, ſo hätte ſie argwöhnen können, daß ſein Blick, mit dem er von neuem dem ihren begegnete, nicht ganz gleich⸗ gültig ſei, ſondern mit einer gewiſſen Sorge den Ein⸗ druck dieſer Nachricht beobachte. Allein davon gab es keine Spur in ihr. Sie ſchaute hell und freundlich auf und ſagte lebhaft:„Das iſt eine ſehr gute, liebe Nachricht, Herr Rath, und daran kann ich doch wirk⸗ lich einmal eine wahre Freude haben. Wie die Frau heißt, ſagen Sie nicht, aber es kann nur eine ſein— eine Jugendliebe, die ſehr früh von ihm getrennt und dennoch nie vergeſſen wurde; der Prinz war tief in dieſe traurigen Verhältniſſe eingeweiht und hat Frau von Welden und mir öfters davon erzählt. Frau von Welden kannte die Dame ſogar ſelbſt einigermaßen. Und im letzten Sommer vor ihrem Tode ſchrieb Hall⸗