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rühmten künſtleriſchen Kreiſen der Reſidenz erlangt hatte. Für ihn ſprach bei ſeinen Wirthen dagegen der Ernſt und die Tiefe ſeines Weſens und die echte Humanität, die in jedem Zuge, in jedem Worte zu Tage trat. Vor denjenigen, welchen er ſich wirklich näherte und denen er vertraute, verſchwand der Prinz vollſtändig und blieb nur der hochgebildete und liebenswürdige Geſellſchafter, der tüch⸗
tige und gediegene Mann zurück. Auf ſeinen Rang und
ſeine Geburt legte er um ſo weniger Werth und rückte dieſelben um ſo ſeltener in den Vordergrund, als er ſehr wohl begriff, daß ſie ihn in den Augen der Unab⸗ hängigen und Verſtändigen nicht um ein Haar breit höher hoben und in mehr als einer Richtung ihm eher zum Schaden als zum Vortheil gereichten. Ein Prinz ans einer Nebenlinie und ohne ein angemeſſenes Ver⸗ mögen iſt ein Menſch, der hundert und aber hundert Privatleuten nachſteht und es in der Welt nicht halb ſo gut hat wie ſie. Wie er in jener Nacht dabei geweſen war, wo Marie entdeckt worden, blieb er nicht nur vermöge ſeiner Stellung
im Hauſe des Commerzienraths, ſondern auch durch die
eigene Theilnahme und das eigene Verſtändniß fortan unter mi de, welche dem Mädchen die treueſte Auf⸗ merkſamkeit zuwandten und mit ſteigendem Intereſſe der raſch vorſchreitenden, glänzenden Entwickelung des


