256
dann möcht' es gehen! Aber die da draußen allein ſind verloren!“—
Draußen ſtanden die Mädchen auf ihren Poſten und lauſchten und ſpähten in die unheimliche Nacht. Denn es war ein Wetter, wie es nicht häufig iſt im Fe⸗ bruar. Ein raſender Sturm brauſte über das Land und in den Forſt hinein, daß die alten Stämme bebten und ihr Gezweig wild durcheinander ſchwangen. Und dazu kam es von Zeit zu Zeit mit heftigen Schauern von Re⸗ gen, Schnee und Hagel, daß die Wächterinnen kaum die Augen zu ſchützen und hin und wieder einen freien Aus⸗ blick zu gewinnen vermochten. Allein dies Letztere ſchien auch überflüſſig zu ſein, denn es regte ſich weder nah noch fern etwas Lebendes.
Am Morgen, als der Tag graute, jagte ein leichter Schlitten, was das Pferd laufen konnte, auf der Straße vom Dorf daher und hielt vor dem verſchloſſenen Hof⸗ thore an.
„Seid Ihr es, Ohm?“ rief Gertrud, die eben von einem Gange in's Haus zurückgekehrt war, froh über⸗ raſcht und begann raſch das Thor zu öffnen.
„Freilich bin ich's!“ entgegnete die Stimme des Bauern, der ſich jetzt aufrichtete und den Schnee vom Wolfspelz ſchüttelte.„Was gibt's, Kind, daß Du hier biſt?— Hab' ich recht gehabt, daß die verwünſchte Bande


