Druckschrift 
Eine Geschichte von damals / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Du denkſt nicht an das Elend, das er über's Land bringen würde! unterbrach die Bäurin ſie düſter.Es würde mancher und mancher Mutterſohn nicht wieder in ſein Vaterhaus kehren. Und wenn ich's ſo recht überle⸗ ge, Du ſollteſt das wahrhaftig nicht leicht nehmen, wenn's Dir um Dein Herz zu Muth iſt, wie ich mir wohl den⸗ ken muß.

Leicht nehmen thu' ich's auch nicht, Mutter Baſe, entgegnete Gertrud ernſter als bisher.Ich hab' den Vater draußen und noch mehr als Einen, den ich gern habe. Aber ich meim, in ſolcher Sache, wie jetzt bei uns, kann's der Herrgott gar nicht übel mit uns machen, er muß bei uns und unſern Burſchen und unſerm ganzen Volk ſtehen. Unſ're Sache iſt gut! Wir wollen wieder frei ſein und unſern alten Landesvater haben! Und wer dafür ſein Blut hingeben muß, der thu's mit Ehren; be⸗ klagen kann ich den nicht, und wär's mein eigener Vater oder Bruder! Ihr habt doch ſonſt auch ſelber ſo gedacht. Und wenn ich einen Mann hätteer müßt' mir mit hinaus, oder ich ſähe ihn nicht wieder an. So iſt's mir! Und ich wollte nur, daß wir ſchon mitten im rechten Trei⸗ ben wären dies Warten und Harren iſt uns allen nichts nutz.

Haſt recht's iſt aber auch vorbei! ſagte in dieſem Augenblick Detlof, der raſch in die Thür trat, ohne

16*