222
ich die Beiden und ihren jungen Nachwuchs anſehe, meine ich oft, es müßte noch ſchöner ſein, wenn man noch ein⸗ mal ſiebzig Jahre leben und Andere ſo froh und glücklich ſehen könnte.“
„Wer weiß!“ meinte Hohenfeld luſtig.„Ihr habt immer ein unverſchämtes Glück gehabt, Nachbar, und wenn man Eure Hünengeſtalt anſieht—“
Der Baron ſchüttelte den Kopf.„Ich bin ſo wie ſo zufrieden,“ redete er heiter.„Mir fehlt nur Eins— weßhalb kann die Hildegard nicht mit uns all' den Segen genießen, der ihr ſo gut wie uns beſtimmt war! Ich habe eben einen Brief von ihr gehabt,“ fuhr er verdüſtert fort. „Sie bereut, ſie ſieht ein, ſie bittet um Verzeihung,— ſie büßt ſo ſehr, daß ſie ſich noch nicht für werth hält, den Ihren zu begegnen. Sie iſt nicht nur fromm, ihr Herren, ſondern bigott.— Kein Wort davon zu den Andern. Wir wollen uns nicht ſelbſt muthwillig einen Schatten in all' das Sonnenlicht zeichnen.“
Absberg nickte ihm munter zu.„Haſt recht, Mönch von Absberg,“ ſagte er.„Darum aber auch der Schatten
aus Deinem eigenen Geſicht!“ Und ſich umſchauend, fuhr
er fort:„es ſieht hier aber verwettert nüchtern aus für einen Frühſtückstiſch!— Sie kommen bei Gott ſchon! — Hineingehumpelt, Freund Gottlob, und beſtellt: Spei⸗ ſen, Pfeifen, Tabak, und vor allem Wein— viel Wein
— unmenſchlich viel Wein! Denn ich bin auch unmenſch⸗


