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Unnatürlichkeit eines ſolchen Verhältniſſes tief empfin⸗ dend und dennoch unvermögend, dasſelbe zum Beſſern ſich wenden zu laſſen. Hildegard liebte das Kind des bitter gehaßten Mannes nicht, allein ſie war doch verſtändig genug zu begreifen, daß ſie in dieſem Kinde die naturge⸗ mäße Freundin, Vertraute und Verbündete ſich hätte her⸗ anbilden ſollen und können, während ſie jetzt nur ein jun⸗ ges Mädchen neben ſich hatte, das ihr fremder war als die gemiethete Dienerin, das ihr zwar ſtets den ſchickli⸗ chen Reſpekt bewies, aber ohne jemals auch nur eine Art warmen Gefühls zu verrathen, und daß ſie endlich in mehr als einer Beziehung ſich vorgezogen ſah. Denn auf Groß⸗ vater und Oheim hatte Diana einen Einfluß, den beide Brüder weder ableugneten noch ablehnten. Und was für Hildegarde peinlicher als alles Andere war— ſie wußte nur zu wohl, daß dieſer Einfluß mehr als ein⸗ mal zu ihrem Gunſten ausgeübt worden. Bei Hilde⸗ gards Verbitterheit und Rückſichtsloſigkeit waren gerade neuerdings mehrfach Differenzen entſtanden, welche ohne die Vermittelung ihres Kindes vielleicht zum unheilbaren Bruche mit dem alten Vater geführt haben würden.
Und nun lag wiederum eine ſolche Differenz, und zwar eine ſchlimmere als je, vor ihr, nicht ausgeſprochen und dennoch ihr ſo gut wie den Uebrigen nur zu tief be⸗ wußt; nicht von heut und geſtern, ſondern ſchon ſeit man⸗ chen Wochen, ja Monaten, ſeit Ruprechts Abreiſe, ſeit


