Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

er hat, wie Du ſagteſt, ein teufelmäßig nettes Geſicht, das Jedermann gefallen muß.„Der brave Junge“ ſieht ihm aus den Augen, mein' ich. Das iſt's.“ Er wandte ſich ab und wieder dem Fenſter zu.

„Glaub's nicht,“ verſetzte Absberg, und dem breiten rothen Geſicht ſtand der Ausdruck des Sinnens ſeltſam genug;„irre mich nicht leicht in ſolchen Dingen. Die Züge ſind vor meinem Blick nicht allein an ihm da— ſiehſt Du, und wären's nur dieſe Augen, die er mit mei⸗ nem„Großen“ gemein hat—“

„Das iſt richtig!“ rief Hohenfeld, ſich überraſcht umwendend.„Beim Blitz— das iſt wahr!“

„Siehſt Du? Aber ich bring's nicht heraus— jetzt nicht, und darum genug. Sage mir lieber, Hans Adam, was will der Junge hier und wie kömmt er grade in un⸗ ſere Gegend?'s iſt doch nichts ſo Beſonderes da, denk' ich, daß ein Offizier von dort oben ſich extra Urlaub für uns geben läßt.“

„Alter, was gibt's in Dir? frage ich wieder. Haſt Du denn keine Ohren oder biſt Du ſo vergeßlich geworden, daß Du meine Worte nicht mehr weißt? Ich habe Dir doch lang und breit erzählt, daß Guſtav—“

„Ja, ja, ja!“ ſagte Absberg ungeduldig und ſtand auf,„weiß das ſo gut wie Du, Hans Adam. Das er⸗ klärt den Beſuch bei Dir und hier im Schloß. Aber was ihn überhaupt hieher führt, frage ich. Meinſt, das