4
gar der grauköpfige Kutſcher auf dem Vorderſitz des Wa⸗ gens lächelte vergnügt und nickend vor ſich hin und trieb die Pferde zu ſchnellerem Lauf.
Der alte Herr, welcher neben dem Jungen auf dem Hinterſitze ſaß, nickte dem Fröhlichen gleichfalls freundlich zu.„Genirt Euch nicht, junger Freund!“ ſagte er und ſtrich mit der Spitze der kurzen Pfeife den mächtigen grauen Bart auseinander, der von der Oberlippe zu beiden Sei⸗ ten weit hinausſtarrte.„Ich verſteh's ſchon, wie einem ehrlichen Menſchen zu Muth ſein muß, der nach all der Fremde wieder einmal ſeine Heimat vor ſich und um ſich hat. Gott ehre unſer gutes deutſches Land! Und's iſt wahr, was wir hier vor uns haben und wie heut' der Tag iſt, das iſt mir ein gut Theil lieber als all der ausländi⸗ ſche Firlefanz. Ich wet e d'rauf, ſchöner habt Ihr's drü⸗ ben in Griechenland nicht gefunden.“
„Nein, einen Tag wie den heutigen, mit einer ſo friſchen Klarheit, mit einem ſo friſchen Geiſt, Seele und Körper erquickenden Luft und Luſt erlebt' ich dort nie!“ verſetzte der Junge fröhlich.„In den Bergen, wo ich auf⸗ gewachſen, hab' ich's vordem wohl auch ähnlich getroffen; allein da findet kein Vergleich ſtatt, es iſt hier doch ganz anders. Und am liebſten blieb' ich hier, immer hier, grade auf dieſem Fleck! Warum müſſen wir im Leben immer weiter, fort von der lieben Stelle, fort aus der glücklichen Stunde?“


