Vor der Chronik.
ich will mir mein Pferd ſatteln und als in den Forſt, ob ich eine Sau treffe. Du ſollſt mir keinen Knecht mitgeben, dieweil ich lernen will mir ſelber helfen.“— Und Meiſter Peter, der hatte eine Freud' an des Herrleins friſchem Ge⸗ müth, der ſagte:„reitet, Junker, und haltet Euch wohl, der Herr Graf hat Euch mir hart anbefohlen. Und will ich Euch treffen vor Mittag bei der Königstanne.“
„Das Herrlein ſpricht:„wohl!“ und auf, reitet durch das Städtlein und immer weiter, eilend Berg auf und ab und durch Thalingen, die Stadt, und ſie ſehen ihn an und ſagen:„das iſt ein Bot', den ſchicken ſie von der Ruhneck unſerm gnädigen Herrn dem Grafen nach,“ und verrathen dem Knaben wohl Straße und Weg, ſo der Alte geritten. Und der Knabe ſäumet nicht und denkt an nichts, als wie er ſeinen Herrn Vater erreiche, und als es gegen Abend iſt und er iſt müd', denn als geſagt, war es ein feines Herrlein und zart, aber ſtarken Herzens, reitet er an Wenningen vorüber, das iſt ein Städtlein unten am Wald. Da ſieht er hinter der Höhe einen reiſi⸗ gen Zug hervorkommen und ſchaut gut zu, denn das Land war voll Unruhe und Fehden, und erkennt ſeinen Herrn Vater, der reitet voran mit Herrn Philipp von Heßberg.
„Da erhebt das Herrlein ein großes Freudengeſchrei und ſprengt heran und ſie erkennen ihn nicht, dieweil er ſo ſtreng geritten und voll vom Staub des langen Wegs. Aber Herr Wolfram ſchaut ihn an und fragt ihn mit Ernſt: „was bringſt du?“—„Mich ſelbſt, Herr Vater,“ ſagt der Knabe unverzagt. Und da hebt Herr Wolfram die Hände


