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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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I. Alt-Ruhneck.

Bis zu der uralten Stadt, welche jetzt den Hauptort des Bezirks und den Sitz der Behörden bildet, ſeht ihr nur in ziemlicher Ferne die Bergzüge zu eurer Linken den Hori⸗ zont begrenzen. In der Nähe eures Wegs zeigt ſich nichts als mäßige Hügel eines fruchtbaren, ſorgfältig angebauten Landes, die Straße geht an ihnen bequem auf und ab, und wenn ſie auch ſtets etwas höher emporſteigt, ſo geſchieht das ſo allmälig und unmerklich, daß ihr zuletzt nicht wenig über⸗ raſcht ſeid, wenn ſie von ihrem höchſten Punkte ſich plötzlich jäh abfallend in ein tiefes Thal hinunterſtürzt, wie ihr es hier, zumal bei dem angedeuteten Charakter des durchzo⸗ genen Landes gar nicht vermuthen konntet. Die Stadt wir heißen ſie Thalingen liegt, vom höchſten Punkt der Steige betrachtet, wie in einem Keſſel vor euch; wirkliche, gar reſpektable Berge bilden die Seitenwände, und die ſchlanken Thürme der Kirchen reichen nicht zu einem Vier⸗ theil der Höhe hinan. Selbſt die Ruinen des Schloſſes,

welche ſich auf einem Vorſprunge, hoch über der Stadt, Hoefer, Ruhneck. 1