Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Laura's, der Schauſpielerin, in Stahl geſtochenes Portrait betrachtete.

So zieht auch dieſes Bild heute wieder hier ein, ſagte Froſt.

Es iſt ſtets hier geweſen, entgegnete die Mutter lächelnd,der Profeſſor hat es kurz nach ſeiner Ankunft mir abverlangt und erſt heute wieder zurückgegeben.

Der Profeſſor? frug Froſt erſtaunt. Aber Mahl⸗ mann drängte ihn vorwärts und Froſt mußte den Wunſch nach Aufklärung unbefriedigt mit ſich fortnehmen bis in das Zimmer, das bisher dem Profeſſor als Atelier ge⸗ dient hatte. 3

Da ſtand Froſt am Ziele der Wanderung und ſah ſich vor einem Oelgemälde, das die halbe Wand einnahm. Im Anſchauen verloren, vergaß er Alles um ſich her.

Er ſtand vor ſich ſelbſt, wie er unter einer alten ehr⸗ würdigen Eiche ſaß. Eine zarte Hand ruhte auf ſeiner linken Schulter es war ihm, als fühlte er ſie wirklich. Es war die Hand ſeines Weibes, das ihm zur Linken ſaß in demſelben Brautgewande, welches ſie heute trug. Der Myrthenkranz zierte ihr ſchwarzes Haar das war Laura Marinelli, wie nur eine Meiſterhand, die mit der Natur ſelbſt um den Lorbeer ringt, ſie nachbilden konnte!

Auf der rechten Schulter Froſt's liegt eine andere Hand, denn ihm zur Rechten ruht noch eine Frauengeſtalt,