Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſie ſchien verwirrt, erſchrocken, ich weiß nicht weshalb, aber es that mir in der Seele leid. Obwol die Penſionärin etwas jünger zu ſein ſchien, als Laura, ſo war die Aehnlich⸗ keit Beider doch ſo über alle Begriffe täuſchend, daß ich auch jetzt noch die Fremde mit meiner Braut verwechſelt haben würde. Eine gewiſſe Scheu hielt mich zurück, über die Penſionärin ein Wort zu ſagen. Als ich Laura an⸗ blickte, ſah ich ſie lächeln.

„Sieh mein Lieber,“ ſagte ſie,„wie die Vorſehung für die Bedürfniſſe Deines Herzens vorgeſorgt hat, ſie hat Dir ſchon im voraus einen Erſatz gegeben, wenn ich ein Mal— ich hielt ihr den Mund zu und drohte ihr mit dem Finger.“

Ein kleiner Vorfall, der ſich um dieſe Zeit zutrug und Laura und mir viel Stoff zum Lachen gab, verdient wol in dieſen Blättern der Erinnerung mit aufgehoben zu wer⸗ den. Eines Tages nämtlich fand ſich zu meinem Erſtaunen de Lehrling meines Vetters ein und überbrachte mir einen

rief. Mein Vetter ſchrieb:

Geehrter Herr!

„Da Sie, wie man mir ſagt, und wie ich Ihnen von Herzen gönne, ſich neuerdings in Verhältniſſen befinden, die Sie in den Stand ſetzen, ältere Verbindlichkeiten zu