Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſchön iſt, meine Rollen hier zu ſtudiren,“ antwortete Laura vaber Sie haben dieſe Nacht hier zugebracht, dort liegt ein Bündel, das Ihnen als Kopfkiſſen gedient hat. Sie waren geſtern nicht bei uns.“ 8

„So hören Sie denn, liebe Laura,“ antwortete ich und wagte es zum erſten Male, ihre Hand zu ergreifen. Sie ließ ſie in der meinen ruhen und ſchlug das Auge nieder.„Ein armer Junge,“ erzählte ich,„der Vater und Mutter verloren hatte, wurde von einem entfernten Ver⸗ wandten aufgenommen und in deſſen Hauſe zum Kauf⸗ mann ausgebildet. Er beſaß aber viel Herz und auch etwas Phantaſie und dieſe beiden machten ihn zum Dichter. Als eines Tages der Verwandte erfuhr, daß der Merkursjünger ſich mit Poeſie beſchäftigte, kam es zwiſchen beiden zum Streite, der damit endete, daß der Poet das Haus verließ. Hier hat er vor der Hand ſein erſtes Nachtlager abge⸗ halten.“ z

„Und hatte der Poet keine Freunde, die ihn aufge⸗ nommen haben würden?“ fragte Laura mit einem leiſen Unwillen.

„Unter ſeines Gleichen nicht,“ antwortete ich,„er hatte ſich von allen Bekanntſchaften zurückgezogen und ver⸗ kehrte nur mit einer Familie.“

Und dieſe Familie?“