Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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„Wo iſt unſre Königin?“ fragte eine Stimme aus der alten Eiche heraus und der Zwerg trat hervor und ſchritt, ohne daß ich es fühlte, über mich hinweg.

„Sie klagt und weint im Walde,“ ſagte der andre Zwerg, der jenem plötzlich über die Schulter ſah.

„Schicke zu ihr und laß ihr ſagen, daß er da ſei.“

„Aber er ſchläft noch.“

„Die Sonne iſt aufgegangen, ihr erſter Schein ſpielt auf ſeinem Geſicht, er wird das Auge aufſchlagen.“

„Die Königin iſt in der Nähe,“ ſagte der andre Zwerg,„ſie weiß noch nicht, daß er da iſt. Sie klagt und jammert noch.“

Ich hörte ihre Stimme, es waren rührende Töne der Wehmuth und der Sehnſucht— ich konnte die Worte nicht genau unterſcheiden, auch als die Stimme näher kam.

„Der erſte Schein der Sonne ſpielt auf meinem Ge⸗ ſicht, meint ihr?“ fragte ich den Zwerg.

Er nickte bejahend und gebot mir mit dem Finger Schweigen, denn die Stimme tönte jetzt ganz nahe.

Ich fühlte mein Bündel unter meinem Haupte— das war der Morgenhimmel, der im klarſten Blau durch das Blätterwerk der Eiche hermmterſchaute. Waren nicht eben noch die beiden Zwerge hiex?

„