Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Macht beſaß, machte er ſich, wenigſtens perſönlich, Nichts zu ſchaffen. Er zitterte und wurde bleich im Geſicht, aber er ſchwieg und ließ mich reden.

„Die Thatſachen, die dieſer Brief enthält,“ ſagte ich,„erkenne ich als wahr an. Die Abſicht aber, in der ſie ausgeſprochen ſind, iſt eine gemeine. Ich glaube den Verfaſſer des Briefes zu errathen. Es iſt ein Verehrer jener jungen Schauſpielerin ſelbſt, ich bin ihm im Wege, er will mich beſeitigen und glaubt dieſen Zweck durch ſeinen verrätheriſchen Brief am ſicherſten zu erreichen, denn er rechnet darauf, in Ihnen weniger einen einſichtsvollen Mann zu erblicken, als vielmehr einen vorurtheilsvollen Deſpoten. Ich weiß, daß er ſich in Ihnen getäuſcht hat.“

„Es handelt ſich jetzt darum, daß Du mich hinter⸗ gangen, daß Du mich belogen— betrogen haſt,“ warf mein Vetter kurz und haſtig ein.

„Ich habe Sie nie betrogen!“ rief ich,„ich bin durch Verſchweigung meiner Privatangelegenheiten nur Ihren Widerſprüchen ausgewichen.“

„Weil Du ein böſes Gewiſſen hatteſt, Undankbarer,“ entgegnete mein Vetter in überſtürzender Rede;„weil Du

wußteſt, daß ich in meinem Hauſe, bei meinen Leuten, keine

brotloſen Künſte dulde. Weil Du wußteſt, daß ſich ein

Kaufmann von allen äſthetiſchen Dingen, die die Phan⸗

taſie erhitzen, fern zu halten hat und zu ernſteren Sachen 2⸗